Mittwoch, 3. Juni 2015

Ich bin Paul - Patrick Hinz


Autor: Patrick Hinz

Format: eBook

Verlag: dotbooks Verlag

Seitenzahl: ca. 231

ISBN: 978-3-95824-091-9

Erscheinungsdatum: 28. April 2015

zu kaufen bei: dotbooks Verlag

oder bei: Amazon



"Ich war immer schon äußerst konfliktscheu. Wenn ich auf der Straße hinter einem älteren Menschen laufe, der alt und gebrechlich ist, dann überhole ich schnell. Nur um zu vermeiden, dass ich Erste Hilfe leisten müsste, wenn er oder sie umfällt." (Position 1570 von 3590)


Cover:


Das Cover hat mich sofort angesprochen, da man auf den ersten Blick sieht, dass es sich um eine witzige Geschichte handelt. Es wirkt ein wenig verspielt und ich finde, es passt perfekt zu dieser Geschichte.


Erster Satz:


Ich möchte sterben.


Inhalt:


Der siebenunddreißigjährige Paul sitzt eines Abends auf einer Parkbank und denkt über sein missratenes Leben nach und wie er es am besten beenden könnte. Eigentlich sollte dieser Abend ganz anders verlaufen, denn er wollte seiner Freundin Louise einen Heiratsantrag machen und hatte den Abend bis ins kleinste Detail geplant. Stattdessen eröffnete diese ihm, dass sie in einen anderen verliebt ist und beendet die Beziehung. Für Paul bricht eine Welt zusammen und er überlegt, wie oder ob es überhaupt weitergehen soll. Dabei denkt er zurück an seine Kindheit und Jugend, in der er stets ein Außenseiter war.


Meine Meinung zum Buch:


Das witzige Cover machte mich auf dieses Buch aufmerksam und ich bekam sofort Lust, dieses Buch zu lesen. Der Protagonist Paul wurde im Klappentext als sympathischer Chaot beschrieben und da ich gerade diese Charaktere unglaublich gerne mag, war ich gespannt auf diese Geschichte.

Paul wuchs in einer liebevollen Familie auf und war als Kind übergewichtig, was für sein Selbstbewusstsein nicht gerade förderlich war. Er blieb vom ersten Schultag an ein Außenseiter und fühlte sich außerhalb seiner Familie unwohl und völlig fehl am Platze. Trotz allem resignierte er nie und machte eine erstaunliche Wandlung durch. Er ist intelligent und wächst zu einem sportlichen jungen Mann heran, der einfach nur akzeptiert werden möchte. Ich konnte mir Paul sehr gut bildlich vorstellen und fand es toll, welche Entwicklung gerade dieser adipöse schlaue Kerl durchmachte. Sicherlich hatte daran auch seine liebevolle und lockere Familie einen großen Anteil, aber letzten Endes war Paul auch nie jemand, der den Kopf einfach in den Sand steckt. Er beginnt mit klugen und frechen Sprüchen kontra zu geben und meistert sein Leben mit viel Ironie und Sarkasmus.

Der Schreibstil ist erfrischend sowie frech und sehr angenehm zu lesen, dennoch hatte ich anfangs einige Schwierigkeiten mit den vielen Zeitsprüngen und musste immer erst überlegen, wie alt Paul gerade ist. Allerdings gewöhnte man sich daran relativ schnell, und da der Hauptprotagonist ohnehin immer etwas reifer erschien, spielte das oftmals dann gar keine Rolle mehr. Mir gefielen Pauls sarkastische Gedankengänge sehr und auch die Zwiesprache, die er immer wieder mit sich selber hielt fand ich großartig.

Die Handlung wird erzählt aus der Ich-Perspektive und man hat nach dem Lesen das Gefühl, diesen sensiblen jungen Mann schon sehr lange zu kennen. Das Buch ist unterteilt in zwei Teile und während man im ersten Teil hauptsächlich Erfahrungen aus der Kindheit beziehungsweise Jugend des Protagonisten erfährt, handelt der zweite Teil dann größtenteils in der Gegenwart (2010), in der Paul in einem Krankenhausbett aufwacht und über seinen nervenaufreibenden Krankenhausaufenthalt. Ein Satz, der im Buch immer wieder fällt, ist: "Ich bin Paul." verbunden mit den Gedanken, die ihm gerade durch den Kopf gingen. Oftmals ertappte ich mich selber dabei, dass mich gerade diese Sprüche immer wieder verfolgten, wenn ich nicht gerade im Buch gelesen habe und ich musste schmunzeln über das Gelesene. Das wird wohl auch noch ein Weilchen anhalten.

Mein Fazit:


"Ich bin Paul" ist ein gelungenes Debüt, dass ideal für zwischendurch ist. Ein humorvoller Roman über einen liebenswerten Außenseiter, den man einfach mögen muss. Am Ende wird irgendwie alles gut und man erkennt, dass manchmal gerade die Außenseiter die besten Freunde werden können.







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