Dienstag, 23. August 2016

Gemeinsam Lesen #35


Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher, die von Asaviel's Bücher-Allerlei ins Leben gerufen wurde. Die Aktion findet wöchentlich immer Dienstags statt. Teilnehmen darf jeder wann immer er Lust und Zeit dazu hat. Die Fragen dürfen auch nach Dienstag noch beantwortet werden.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade den Roman "Schicksalhafte Begegnungen: Fateful encounter (Schicksalsreihe 1)" von Mareile Raphael und bin ungefähr auf Seite 42 von 530 (8 % beim E-Book).

Kurzbeschreibung: Zwei Familien in Los Angeles, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Auf der einen Seite die Harpers, wohnhaft in Bel Air, Inhaber eines eigenen Krankenhauses und dadurch gut situiert.
Auf der anderen Seite die Morgans, die im Valley leben und sich finanziell gerade so über Wasser halten können.

Das Leben der Harpers, vor allem das des erstgeborenen Sohnes Vincent, ist regelmäßig Inhalt von Artikeln in den Boulevardmagazinen der Stadt. Vincent genießt als Sohn des Klinikleiters Vorzüge im Krankenhaus, um die ihn einige der anderen Ärzte beneiden. Privat jagt der gut aussehende Endzwanziger den Frauen nach, womit er sich einen Ruf als Frauenheld erworben hat.

Die Morgans dagegen leben zurückgezogen in ihrem kleinen Haus. Natessa, erwachsene Tochter des Hauses, verfolgt die Geschichten über Vincent in den Magazinen und träumt davon, ihn einmal persönlich kennenzulernen. Als dies dann wirklich passiert, läuft es ganz anders ab, als Natessa sich das vorgestellt hat. Doch es bleibt nicht bei der einen Begegnung, ihre Wege kreuzen sich erneut.

Der Kontakt der beiden ist allerdings nicht der einzige zwischen den Familien. Es gibt mehr Verwicklungen, als es zunächst den Anschein hat. Missverständnisse bauen sich auf, Intrigen werden gestrickt, ein Chaos an Gefühlen entsteht. Dadurch ist mit einem Mal nichts mehr wie es vor der ersten Begegnung von Vincent und Natessa war.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Wie lange sie dort gestanden, die Mangos abgewaschen und dabei aus dem Fenster geschaut hat, weiß Natessa nicht mehr.


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich kann noch gar nicht soviel darüber sagen, da ich noch ziemlich am Anfang bin, aber ich finde die Charaktere sehr interessant, und obwohl es gleich zu Beginn recht viele Familienmitglieder sind, kann man sie gut auseinanderhalten und anhand der Namen leicht zuordnen. Vincent verkörpert gewissermaßen den Bad Boy, der nichts anbrennen lässt und der so der Frauenschwarm schlechthin ist. Reich, gutaussehend und intelligent.

Natessa lebt dagegen recht bescheiden und verfügt über wenig Geld, aber sie schwärmt schon länger für Vincent. Ihre Familie ist sehr herzlich, sodass Natessa immer ein offenes Ohr und Hilfe findet. Ich bin gespannt, wie es den beiden Familien ergeht und habe noch keine Ahnung, zu welchen Verwicklungen es dabei kommen wird.


4. Hast du eine Mindest- oder Höchstmenge an Seiten, die du liest? (Frage von KiraNear)

Ich tue mich immer sehr schwer mit Kurzgeschichten und halte mich daher auch sehr zurück bei Büchern, die weniger als 200 Seiten haben. Da muss es dann schon einige positive Rezensionen geben, bis ich mir diese Bücher genauer ansehe und überlege, ob ich sie mir kaufen soll. Naja, und zu dicke Wälzer (so ab 650 Seiten aufwärts) schrecken mich auch eher ab, Da sehe ich dann kein Ende und habe das Gefühl, überhaupt nicht voran zu kommen. Einige solcher Bücher habe ich mir irgendwann mal gekauft, weil ich viel Gutes darüber gehört hatte, und die stehen immer noch ungelesen im Regal, da ich mich schlichtweg nicht ran traue. Am liebsten mag ich Geschichten mit 300 bis 600 Seiten, denn da weiß ich, dass ich normalerweise nicht länger als eine Woche daran lese.

Montag, 22. August 2016

Ein ganz neues Leben - Jojo Moyes


Autor: Jojo Moyes

Verlag: Wunderlich

Seitenzahl: 528

ISBN: 978-3805250948

Erscheinungsdatum: 24. September 2015

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Rowohlt Verlag

oder bei: Amazon



"Trauer hatte einen bestimmten Geruch. Sie roch nach feuchten, schlecht gelüfteten Gemeindesälen und Billig-Teebeuteln. Sie roch nach Ein-Personen-Mahlzeiten und dem schalen Rauch von Zigaretten, die einsam geraucht worden waren. Sie roch nach Deo und Parfüm, kleinen Siegen des Alltags über einen Sumpf der Verzweiflung." (Zitat S. 62)

Cover:


Das Cover ist genauso traumhaft schön wie das des Vorgängers sowie das der restlichen veröffentlichten Geschichten. Zusammen sind die Bücher im Regal definitiv ein Blickfang.


Erste Sätze:


Der dicke Mann am Ende des Tresens schwitzt. Er hat seinen Kopf tief über seinen doppelten Scotch gesenkt und sieht alle paar Minuten über die Schulter in Richtung der Tür, und dann erkennt man im Licht der Neonröhren einen feinen Schweißfilm auf seiner Stirn.


Inhalt:


Louisa Clark tut sich schwer damit, nach dem Tod von Will, zurück in einen geregelten Alltag zu finden. Sie hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, lebt in einer eigenen Wohnung in London, aber alles wofür sie sich früher immer begeistern konnte, ist bedeutungslos geworden. Erst als ein junges Mädchen sie aufsucht, dass ihre Hilfe benötigt, beginnt sie wieder einen Sinn in ihrem Leben zu sehen und ihr Leben sowie das von Wills Angehörigen ordentlich durcheinander zu wirbeln.


Meine Meinung zum Buch:


Lange Zeit habe ich mich gescheut davor, diese Fortsetzung zu lesen, da für mich die Geschichte damals mit "Ein ganzes halbes Jahr" abgeschlossen erschien und ich fest davon überzeugt war, ein weiteres Büch würde definitiv nicht an diesen Erfolg anknüpfen können. Trotzdem war ich natürlich mehr als gespannt darauf, wie es in Louisas Leben weitergehen würde und hatte das Buch sofort bestellt, als dies möglich war. Herangewagt habe ich mich jedoch erst, als sich eine Leserunde dazu zusammenfand.

Bereits nach wenigen Seiten war ich wieder mittendrin in Lous chaotischem Leben und ich habe das Wiedersehen mit ihr sowie ihrer liebenswürdigen Familie absolut genossen. Ich hatte das Gefühl, sie seit vielen Jahren persönlich zu kennen und dennoch war auch ihre Trauer auf jeder Seite allgegenwärtig, sodass man nur allzu gut nachempfinden konnte, was in ihr vorging. Nachdem ihre Eltern sie drängen, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, beginnt sie endlich über ihre Gefühle zu reden und lernt gleichzeitig neue Freunde kennen.

Ich weiß, dass viele von dieser Fortsetzung alles andere als begeistert sind, da das Buch sowie dessen Thematik so vollkommen anders erscheinen und dennoch hat mich diese Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Man sollte sich vielleicht einfach vorab darüber im Klaren sein, dass die Charaktere sich im Laufe der Zeit leicht verändert haben und eine komplett ähnliche Thematik beziehungsweise Geschichte nahezu unmöglich erscheint. So gesehen, habe ich wahrscheinlich alles richtig gemacht damit, dass ich mir soviel Zeit zum Lesen gelassen habe und von vorneherein wenig Ansprüche an dieses Buch stellte. Trotzdem denke ich, dass es wichtig ist, die Vorgeschichte zu kennen und vielleicht einfach von vorneherein sich darüber klar zu sein, dass dies eine eigenständige Geschichte mit einem vollkommen anderem Schwerpunkt ist.

Mein Fazit:


Obwohl diese Fortsetzung nicht Eins zu Eins da weitermachte, wo "Ein ganzes halbes Jahr" einst aufhörte, so konnte mich die Geschichte dennoch in seinen Bann ziehen und begeistern. Vielleicht hätte es diese nicht wirklich gebraucht, aber unterhaltsam war sie allemal und sofern man nicht mit allzu hohen Ansprüchen an dieses Buch herangeht, so ist sie es es auf jeden Fall wert, gelesen zu werden. Das Leben steht nicht still und so kommen auch hier neue Charaktere ins Spiel, andere wiederum verändern sich und man sollte diese Geschichte einfach von Beginn an mit anderen Erwartungen verknüpfen.




Dienstag, 16. August 2016

Gemeinsam Lesen #34


Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher, die von Asaviel's Bücher-Allerlei ins Leben gerufen wurde. Die Aktion findet wöchentlich immer Dienstags statt. Teilnehmen darf jeder wann immer er Lust und Zeit dazu hat. Die Fragen dürfen auch nach Dienstag noch beantwortet werden.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade den Roman "Tante Poldi und die Früchte des Herrn" von Mario Giordano und bin auf Seite 106 von 369.

Kurzbeschreibung: Tante Poldi ist sauer: Zuerst wird ihr das Wasser abgestellt, dann auch noch der Hund ihrer Freundin um die Ecke gebracht. Kreizsacklzement! Erste Ermittlungen führen sie zum Winzer Avola. Und der ist auch noch so hammer-attraktiv, dass die Poldi nach einer heißen Nacht prompt ihre Ermittlungen vergisst.
Bis am nächsten Morgen die Polizei vor Avolas Tür steht. Denn zwischen seinen Reben wurde eine Leiche gefunden, und Commissario Montana ist alles andere als erfreut, dass ausgerechnet Poldi Avola ein Alibi geben kann. Außerdem bleibt die Frage: Wer hat Giuliana getötet – und warum? (Quelle: Bastei Lübbe)


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Die Poldi starrte mich an, und in ihrem Blick wechselten sich Ärger, Verwunderung und Mitleid rasch ab.


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst)

Mit den ersten Kapiteln habe ich mich bisher sehr schwer getan, da der Schreibstil stellenweise recht anstrengend ist. Der ständige Wechsel aus bayerischem Dialekt sowie italienischen Wörtern, Begriffen und Sätzen lenkte mich immer wieder ab von der eigentlichen Handlung, sodass ich viele Stellen zweifach lesen musste. Mittlerweile habe ich mich jedoch daran gewöhnt und es geht endlich etwas schneller vorwärts. Tante Poldi ist einfach herrlich mit ihrer ganzen Art und ich muss immer schmunzeln, wenn sie beginnt zu fluchen.

"Die Poldi war eben nicht für Kompromisse gemacht, für die Grauzonen des Lebens, Rückspiegel, offene Hintertürchen oder den Mittelschmerz. In der Liebe verschenkte die Poldi sich und alles, was sie hatte, ganz und gar. Blöderweise funkte ihr halt manchmal diese Schwäche für fesche Verkehrspolizisten, prägnante Adamsäpfel, wohldefinierte Unterarme und eben das ein oder andere Gläschen dazwischen." (Zitat S. 104/105)


4. Welche Neuerscheinung steht auf deiner Wunschliste ganz oben?

In den letzten Wochen bin ich kaum dazu gekommen die Neuerscheinungen zu sichten, aber ein Buch, das ich unbedingt bald lesen möchte ist "Bella Germania" von Daniel Speck. Ich lese wahnsinnig gerne Familiengeschichten über mehrere Generationen und bei diesem Buch geht es noch dazu um eine deutsch-italienische Familie, was ich mir ziemlich interessant vorstelle. Ich werde es mir auf jeden Fall noch kaufen.

Montag, 15. August 2016

Fernweh zum Glück - Kerstin Böhm



Autor: Kerstin Böhm

Format: E-Book

Seitenzahl: 302

Verlag: -

ISBN: 978-1534915817

Erscheinungsdatum: 27. April 2016

Ebenfalls als Taschenbuch erhältlich!

zu kaufen bei: Amazon



Cover:


Das Cover schreit ganz laut nach Urlaub, Sommer, Sonne. Mich hat es sofort angesprochen und es passt sehr gut zur Story. Allerdings tue ich mich mit dem Titel etwas schwer, da ich ihn immer wieder vergesse. Hinzu kommt, dass das Buch ursprünglich unter dem Titel "Sommer am Horizont" veröffentlicht wurde, was mich zusätzlich verwirrt.


Erster Satz:


Lena trat durch das eiskalte Gebläse des Flughafenausgangs von Bangkok und prallte gegen eine Wand aus flirrender Hitze, Feuchtigkeit und Kerosingeruch.


Inhalt:


Nach der Trennung von ihrem Mann, möchte Lena endlich ihren Traum verwirklichen und wagt sich auf eine sechsmonatige Weltreise. Bereits kurz nach der Ankunft lernt sie ihre Mitreisenden kennen, mit denen sie eigentlich gar nichts weiter zu tun haben möchte, doch ihre Wege kreuzen sich immer wieder während des Urlaubs und besonders der smarte Roman gibt ihr immer wieder Rätsel auf. Er erinnert sie einerseits an ihren Exfreund, andererseits scheint er jedoch genau wie sie mit dieser Reise einen Neuanfang zu verbinden.


Meine Meinung zum Buch:


Nachdem mich der erste Roman der Autorin so positiv überrascht hat, war ich diesmal natürlich neugierig auf das, was mich in „Fernweh zum Glück“ erwarten würde. Die anfängliche Skepsis, da es ja vordergründig um eine längere Reise geht, konnte ich sehr schnell ad acta legen, denn die Geschichte liest sich so locker und flüssig, dass man den Alltag damit komplett ausblenden kann.

Lena hat sehr früh geheiratet und ihre Ehe nie in Frage gestellt. Umso enttäuschter ist sie nun, nachdem ihr Ehemann sie mit einer anderen betrog. Mit einer Weltreise möchte sie ihr Selbstbewusstsein wieder aufbessern und endlich auch etwas von der Welt sehen, denn dies kam die letzten Jahre definitiv zu kurz.

Roman möchte ebenfalls seine Vergangenheit hinter sich lassen, denn er hat einen schwerwiegenden Fehler gemacht. Obwohl er es sich leisten könnte, bucht er die billigste Version dieser Reise, verheimlicht seinen wahren Namen und versucht sich an einem Neuanfang. Lena findet er sofort sympathisch, doch scheinbar hat diese sich bereits in Ben verguckt, denn die Beiden verbringen viel Zeit miteinander.

Die Wege der Beiden kreuzen sich während der langen Reise immer wieder, doch auch Lena, die Roman sehr mag, macht sich wenig Hoffnung auf eine Beziehung zu Roman, da sie glaubt ihn nach der Reise nie wieder zu sehen und da dieser auch meistens mit der wohlhabenden Victoria unterwegs zu sein scheint.

Ich mochte die beiden Hauptcharaktere, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, sofort und auch wenn schnell klar wird, dass Roman früher ein richtig arrogantes Ekel gewesen sein muss, so merkt man durch seine tiefgründigen Gedankengänge auch zugleich, dass er sich unheimlich verändert hat. Lenas Sorgen und Ängste vor dieser Reise konnte ich verdammt gut nachvollziehen, da ich vor einigen Jahren in einer ähnlichen Situation war und mir nach einer jahrelangen Beziehung plötzlich allein auch kaum noch etwas zutraute. Dennoch fiel es mir stellenweise schwer vorstellbar, dass sie ihrem Exfreund nach allem was war, immer noch so hinterher trauert.

Der Schreibstil ist leicht sowie flüssig lesbar, und ich habe es sehr genossen, die zahlreichen Charaktere, die auf ihre eigene Art und Weise allesamt liebenswürdig sind, auf der Reise durch die fernen Länder zu begleiten. Man konnte aufgrund des bildhaften Schreibstils alles komplett nachvollziehen und ich fand auch die Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten in genau dem richtigen Maß. Oftmals habe ich das Problem, dass mir bei derartigen Urlaubs-Büchern schnell die Lust vergeht, da es einfach zu langatmig beschrieben wird und einem Reiseratgeber ähnelt. Hier standen jedoch die Liebesgeschichte zwischen Lena und Roman sowie die Probleme der einzelnen Mitreisenden im Vordergrund. Man konnte nachempfinden, wie die Reise jeden von ihnen im Laufe dieser langen Zeit verändert und wie die Gruppe zusammen wächst.

Es gab einige Stellen, an denen mir der weitere Verlauf etwas zu vorhersehbar war, aber darüber konnte man ganz gut hinwegsehen und es milderte die Spannung auch nicht unbedingt, aber es fehlten mir etwas die Überraschungen, die das Lesevergnügen dann wahrscheinlich perfekt gemacht hätten.

Mein Fazit:


Mit "Fernweh zum Glück" konnte mich die Autorin aufgrund des angenehmen Schreibstils, der traumhaften Kulissen sowie der liebenswürdigen Protagonisten erneut von ihrem Können überzeugen. Ihr ist eine Liebesgeschichte gelungen, die sich super für zwischendurch eignet und mit der man sich an verregneten Sommertagen weit weg träumen kann.



Dienstag, 9. August 2016

Die Dinge meiner Liste - Mia Hansen


Autor: Mia Hansen

Verlag: Montlake Romance

Seitenzahl: 286

ISBN: 978-1503937765

Erscheinungsdatum: 14. Juni 2016

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Amazon






Cover:


Ich finde das Cover sehr ansprechend mit den blauen Tupfen, die alle unterschiedlich aussehen, auf weißem Untergrund. Der Titel prangt in großer pinkfarbener Schrift darüber und durch das händchenhaltende Paar kann man sofort erahnen, dass es eine Liebesgeschichte ist. Zusätzlich finden sich auf der Vorderseite noch einige Dinge besagter Liste wieder.


Erste Sätze:


"N'Abend Vicky! Hast du das von Finn schon gehört?" Gute Gespräche fangen selten so an. Ich mag keinen Klatsch, ganz besonders nicht, wenn Anne die Überbringerin der Neuigkeiten ist. Meist stimmt die Hälfte ihrer Aussagen nicht.


Inhalt:


Vicky und Finn kennen sich von Kindheit an, haben sich aber seit drei Jahren nicht mehr gesehen und auch keinen Kontakt mehr zueinander. Während Vicky sich mit Nebenjobs über Wasser hielt, machte Finn eine steile Karriere in Frankfurt bei einer Versicherung. Als Vicky nun von Finns Krebserkrankung erfährt ist sie schockiert, denn er möchte sich auch nicht weiter behandeln lassen und hat sich längst aufgegeben. Sie erinnert ihn an die Liste, die er als Kind schrieb und deren Punkte längst nicht abgehakt sind, und verspricht ihm, all das nachzuholen, wenn er anschließend seine Therapie weiter macht. Gemeinsam holen sie die Wünsche Punkt für Punkt nach, lernen neue Freunde und Familienmitglieder kennen und kommen sich dabei näher.


Meine Meinung zum Buch:


Obwohl es mittlerweile viele Bücher gibt, in denen es um das Abarbeiten einer bestimmten Liste geht, war ich doch sehr gespannt auf diese Geschichte und wie die Autorin die Grundidee umgesetzt hat. Klar, auch Bücher in denen eine Krebserkrankung thematisiert wird, sind nicht neu, aber ich lese sie immer wieder gerne, da man generell etwas Positives für sich selber daraus entnehmen kann. Das ist Mia Hansen auch bei "Die Dinge meiner Liste" sehr gut gelungen.

Vicky, aus deren Sicht die Geschichte geschrieben ist, lebt in einer Kleinstadt und hat bisher kaum was aus ihrem Leben gemacht. Sie wohnt immer noch gemeinsam mit ihren Eltern unter einem Dach und da sie an der Kinokasse wenig verdient und tagsüber für ein Fernstudium lernt, bleibt wenig Zeit und Geld um das Leben ausgiebig auszukosten. 

Ganz anders hat da ihr Jugendfreund Finn bisher sein Leben genossen. Er hat bei der Finanzabteilung einer Frankfurter Versicherung Karriere gemacht, lebt in einem Penthouse und hat durch Geschäftsreisen bereits jede Menge von der Welt gesehen. Als er von seiner schweren Erkrankung erfährt, beschließt er die wenige Zeit die ihm noch bleibt, zu genießen und möchte nicht im Krankenhaus dahin vegetieren wie sein Onkel damals. 

Mia Hansen hat diese Geschichte aus der Perspektive von Vicky geschrieben, sodass man ihre Sorgen um Finn sehr gut nachvollziehen kann. Mir war sie durch ihre chaotische und unkomplizierte Art sofort sympathisch. Auch Finn gefiel mir ganz gut, da er gewisse Ecken und Kanten hat, aber auch sehr liebenswürdig ist. Dennoch störte mich stellenweise seine Art, wie er mit Vicky umging etwas. Ein bisschen so, als ob sie noch ein kleines Kind ist und er ständig ein Auge auf sie haben muss und sie nicht selbst in der Lage ist, auf sich aufzupassen. Mir fiel das besonders auf, wenn es um das Thema Alkohol ging oder wenn er stets vorschlug, sich frischzumachen oder doch erst mal zu duschen nach der Anreise. 

Der Schreibstil lässt sich angenehm locker und teilweise recht humorvoll lesen, sodass die Geschichte absolut nicht langweilig wird. Allerdings konnte man schnell erahnen, wie das Ganze enden wird und in welche Richtung es geht. Mich störte das jedoch nicht weiter, da ich natürlich wissen wollte, wie die Charaktere damit umgehen und wie deren Reaktion sein wird. Was mir besonders gut gefiel, waren die Nebencharaktere. Insbesondere Serpil und ihre Familie habe ich richtig in mein Herz geschlossen mit ihrer Gastfreundlichkeit und der Art und Weise, wie sie Vicky immer wieder half. Was die Punkte der Liste betrifft, so ließen sich die meisten Sachen relativ schnell und problemlos umsetzen, was mir das ein oder andere Mal dann doch zu schnell ging. Gerade die Reisen erschienen mir immer viel zu kurz und hektisch, sodass ich mir darüber durchaus mehr gewünscht hätte. 

Mein Fazit:


Das Ganze hört sich jetzt negativer an als es ist, weil es mir manchmal einfach leichter fällt, an einem Buch rumzumeckern, aber letztendlich ist es so, dass ich das Buch wirklich gerne gelesen habe und meine Kritikpunkte nicht besonders schwerwiegend sind. Ein Roman, der die wichtigen Dinge im Leben wieder etwas mehr ins Bewusstsein rückt.






Montag, 8. August 2016

Küssen Inder anders? - Petra Dalquen


Autor: Petra Dalquen

Verlag: Amazon Publishing

Seitenzahl: 442

ISBN: 978-1503936133

Erscheinungsdatum: 12. April 2016

Ebenfalls als E-Book erhältlich!

zu kaufen bei: Amazon






Cover:


Das Cover hat mich sofort neugierig gemacht auf diese Geschichte, da ich die warmen Farben sehr mag. Es ist schlicht gehalten, aber dennoch wunderschön.


Erste Sätze:


"Ladys, ihr müsst jetzt stark sein! Sucht euch bitte einen Grabstein oder einen Busch, dies ist ein sicherer Ort zum Austreten. Shiva ist hier mit euch."


Inhalt:


Sechs Frauen, die sich wöchentlich zum Canasta spielen treffen, kämpfen allesamt mit ihren kleineren und größeren Sorgen. Dabei kommt es immer wieder zum Streit mit einer von ihnen, da diese mit ihrer ungehobelten Art ständig bei den anderen aneckt. Während einer gemeinsamen Reise nach Indien, beginnen die Freundinnen endlich über ihre Geheimnisse und Probleme zu reden. Eine Reise, die für alle einen Neubeginn parat hält und die Frauen am Ende enger zusammenschweißt.


Meine Meinung zum Buch:


"Küssen Inder anders?" ist ein Roman, der mich eher zwiegespalten zurücklässt. Insbesondere mit dem ersten Teil hatte ich große Schwierigkeiten, da mir das gleichzeitig zu viele verschiedene Charaktere waren, von denen ich mir erst ein Bild machen musste. Es beginnt mit einem der Canasta-Abende, bei dem allerdings zusätzlich zu den sechs Hauptprotagonistinnen noch mehrere Familienmitglieder anwesend sind und mir war das schlichtweg zu viel Chaos. Desweiteren versuchte ich krampfhaft überhaupt erstmal die sechs Frauen, um deren Leben es eigentlich geht, ausfindig zu machen, sodass ich die ersten Kapitel mehrfach lesen musste oder wieder zurück blätterte, damit ich mir diesen ersten Abend halbwegs vorstellen konnte. Richtig auseinanderhalten konnte ich die Protagonistinnen erst, nachdem man nach und nach mehr über deren Leben erfuhr.

Normalerweise würde ich jetzt die Protagonisten genauer vorstellen, was hier jedoch meiner Meinung nach zu weit führen würde. Die sechs Frauen sind mehr oder weniger seit mehreren Jahren miteinander befreundet, wobei es immer wieder zum Streit kommt, da sie doch sehr verschieden sind. Während Bernarda ständig versucht, ihren Willen durchzusetzen und sofort aufbrausend wird, ist beispielsweise Francine, um die es dann im dritten Teil überwiegend geht, sehr verschlossen und in sich gekehrt. Beide Frauen sind gezeichnet durch ihre schwierige Vergangenheit. In den ersten beiden Teilen kommt es mehrmals zu Rückblenden aus dem Leben der zwei Frauen, sodass ich zu ihnen auch am ehesten eine Beziehung aufbauen konnte. Was mir bei den vier anderen Frauen so gut wie gar nicht gelang. Ich konnte sie dann zwar gut auseinanderhalten, aber sie blieben mir trotzallem zu farblos und wirkten neben Bernarda und Francine fast schon etwas fade.

Petra Dalquen hat in dieses Buch viel Detailfülle sowie Hintergrundwissen über die indische Kultur, Meditation und Yoga eingearbeitet, was ihr großartig gelungen ist. Viele der Begriffe waren für mich völliges Neuland und der Autorin ist es gelungen, mir diese näher zu bringen. Desweiteren habe ich im Laufe dieser Geschichte viel über Inden erfahren können, was der eigentliche Grund war, warum ich dieses Buch so gerne lesen wollte. Hier wurden nicht nur die schönen Seiten benannt, sondern auch die Schwierigkeiten, mit denen die Menschen dort zu kämpfen haben.

"Küssen Inder anders?" ist eine ruhige Geschichte, die ohne viel Handlung auskommt und nachdem ich die Hauptcharaktere endlich etwas besser kannte, ließ es sich flüssig und faszinierend lesen. Zusätzliche Spannung erhielt das Buch durch die vielen Konflikte und Geheimnisse der Frauen, beziehungsweise wie sie jeweils damit umgingen. Einige Stellen hätte man meiner Meinung nach etwas einkürzen können, da es vor allem zum Ende hin doch recht langatmig wurde.

Mein Fazit:


Nach einem unglaublich holprigen Einstieg, konnte mich das Buch doch noch fesseln und begeistern. Allerdings fand ich es etwas schade, dass auf einige der Protagonistinnen später kaum noch Augenmerk gelegt wurde, sodass sie beinahe in Vergessenheit gerieten. Insgesamt kann man sagen, von der Grundidee gefiel mir "Küssen Inder anders?" super, aber bei der Umsetzung haperte es etwas.





Donnerstag, 4. August 2016

Schneeglöckchenzauber - Isabella Muhr


Autor: Isabella Muhr

Format: E-Book

Verlag: Forever

Seitenzahl: 238

ISBN: 9783958180925

Erscheinungsdatum: 14. März 2016

zu kaufen bei: Ullstein Buchverlage

oder bei: Amazon




Cover:


Ich finde das Cover okay. Es strahlt eine locker, leichte Geschichte aus und harmoniert auch farblich gut, aber es haut einen nicht um.


Erste Sätze:


Nadine tigerte aufgewühlt in der Personaltoilette des "Peppino" auf und ab und fuhr sich mit gespreizten Fingern durch ihre wilden Locken. Ihr Spiegelbild blickte ihr vom Badezimmerschrank verängstigt aus großen Augen entgegen.


Inhalt:


Nadine hatte eine schwierige Kindheit, über die sie auch selbst ungern redet. Bei ihrem Sohn Fynn möchte sie alles besser machen, ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen und immer für ihn da sein. Die Beziehung zu ihrem Freund Torsten leidet zunehmend darunter, da sie für ihn kaum noch Gefühle zu haben scheint. Dabei möchte Torsten lediglich, dass wieder alles wie früher ist. Als Nadine eines Abends auf den attraktiven Rafael trifft, ist sie völlig verwirrt, denn sie bekommt ihn nicht mehr aus dem Kopf.


Meine Meinung zum Buch:


Hm, ich weiß nicht so recht, wie ich diese Rezension beginnen soll und überlege nun schon mächtig lange, wie ich dieses Buch beurteilen soll. Vielleicht hätte ich einfach auf meinen ersten Eindruck vom Cover achten sollen, denn ich fand es ansprechend, aber leider auch irgendwie kühl, distanziert und wenig aussagend. Sowohl das Cover als auch die Geschichte selber konnten mich nicht richtig packen.

Nadine ist sehr verschlossen und glaubt nicht an die große Liebe. Dennoch liebt sie ihren Sohn Fynn abgöttisch und lässt ihn kaum aus den Augen. All das, was sie in ihrer eigenen Kindheit vermisste, möchte sie ihm geben und hat dabei ständig sämtliche Gefahren im Hinterkopf. Dabei achtet sie jedoch kaum noch auf ihre eigenen Bedürfnisse und auch die Beziehung zu ihrem Freund Torsten zerbröckelt mehr und mehr. Als sie dann auch noch Rafael begegnet, gerät ihre Gefühlswelt komplett in Schieflage, denn sie beginnt sich selber wieder wahr zu nehmen.

"Schneeglöckchenzauber" lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und bestehen größtenteils aus dem Gedanken-Wirrwarr der Protagonisten. Da ich mich jedoch mit den beiden Hauptcharakteren wahnsinnig schwer tat und teilweise Nadines vollkommen übertriebene Sorge um Sohnemann Fynn stellenweise schon anstrengend fand, konnte mich diese Geschichte bis zum Ende hin nicht so recht mitreißen. Mir war da zu vieles unverständlich und auch ihr Freund Torsten tat mir mehr und mehr leid, da sie ihn schlichtweg ignorierte. Ich fand ihn sympathisch und hätte mir gewünscht, dass er das ein oder andere Mal anders reagiert hätte.

Die Story an sich fand ich sehr interessant und auch das Thema der Vernachlässigung durch die Mutter damals wurde gut umgesetzt hierbei, aber trotzallem kam keine richtige Spannung auf. Torsten kam nicht so recht aus sich raus und nahm Nadines Verhalten einfach so hin, was mich teilweise rasend machte und vieles konnte ich absolut nicht nachvollziehen. So reagierte sie oftmals nur ausweichend oder ergriff die Flucht, wenn dieser mit ihr reden wollte, zog sich zurück oder ging ihm aus dem Weg. Warum sie überhaupt noch mit ihm zusammenlebte fragte ich mich immer wieder.

Mein Fazit:


Von "Schneeglöckchenzauber" hatte ich mir aufgrund des Klappentextes etwas mehr versprochen. Da ich jedoch mit der Hauptprotagonistin bis zum Schluss große Schwierigkeiten hatte, konnte mich die Geschichte nicht gänzlich überzeugen. War ganz nett, aber es wird mir nicht lange im Kopf bleiben.




Die Blumenzauber-Reihe

1. Schneeglöckchenzauber
2. Veilchenzauber
3. Eisblumenzauber (erscheint voraussichtlich im November 2016)