Samstag, 16. September 2017

Interview mit Christiane Kördel & Verlosung



Liebe Leser und Leserinnen,

vor einigen Tagen erschien meine Rezension zu Christiane Kördels "Seeblick kostet extra" und ich hatte im Anschluss die Möglichkeit ein kurzes Interview mit ihr zu führen, welches ich euch heute gerne präsentieren möchte.


1. Liebe Christiane, Danke, dass du dir die Zeit nimmst um die Fragen zu beantworten.
Würdest Du dich den Lesern kurz vorstellen?











Gerne. Ich bin in Konstanz am Bodensee geboren, aufgewachsen und geblieben. Nach
dem Studium und über 25 Jahren als Mitinhaberin und Geschäftsführerin des Konstanzer
Softwareunternehmens combit, habe ich so was wie meine Karriere 2.0 gestartet:
Ich schreibe. Derzeit Krimikomödien, weil ich sie selbst gerne lese. Während meiner
Karriere 1.0 habe ich immer viel und gerne geschrieben, ganz Anderes natürlich, nichts
Kriminelles, wenig Humoristisches, so was wie Marketingtexte, Korrespondenz, Vertriebskonzepte
und Verträge. Heute lebe ich mit dem besten Schriftstellerinnengefährten
aller Zeiten und Hund in - Überraschung! - Konstanz am Bodensee. Will heißen: Ich
weiß in etwa, wovon ich schreibe, sowohl was die Region angeht, als auch was Sorgen
und Nöte einer Geschäftsführerin in der IT-Branche angehen.

2. Wie bist du auf den Charakter Ines Fox gekommen und wieviel Ines steckt in dir?

Ich habe meine Protagonistin Ines Fox auf den ersten Seiten von „Seezeichen 13“
geschaffen und „on the fly“ entwickelt. Ja, sie und ich haben einiges gemeinsam, wenn
uns auch deutlich mehr unterscheidet. Wir beide lieben den Bodensee. Ich denke, jede
Umgebung gestaltet ein bisschen mit, wer wir sind und was uns wichtig ist. Ines ist
Jungunternehmerin, eine Funktion, in der ich vor über 20 Jahren steckte, in einer
schnelllebigen Branche im IT-Bereich, in einem familiären Team. Ich arbeitete allerdings
mit zwei Co-Geschäftsführern zusammen, was mich auf andere Weise forderte. In einer
stark von männlichen Kollegen geprägten Branche allein ein Unternehmen zu führen,
wie Ines das tut, verlangt nach einer toughen, durchsetzungsstarken Persönlichkeit, die
auf sich selbst vertraut und auch mal das Gegenteil von dem tut, was man von ihr
erwartet. Ines‘ Dickkopf ist da durchaus von Vorteil.
Zusammengefasst ist Ines jünger, mutiger, sturer, temperamentvoller, selbstbewusster,
hat einen stärkeren Hang zum Chaos und lebt ihre Leidenschaften ungehemmter aus
als ich. Außerdem ist sie deutlich unberechenbarer. Selbst ich weiß manchmal nicht,
was ihr jetzt als Nächstes einfällt

3. In deinen Büchern verbindest du die Genres Kriminal- und Liebesroman mit den Elementen Humor und Esoterik. Könntest du dir auch vorstellen dich für eins der Genres zu entscheiden oder ist es gerade die Mischung aus allem, die dir Freude bereitet?

Die Mischung gefällt mir schon sehr gut. Ein Cocktail dieser Art lese ich auch selbst am
liebsten, wobei ich mir inzwischen beim Schreiben öfter denke, dass es mehr von mir
verlangt, als wenn der Genremix weniger komplex wäre. Die verschiedenen Genrestränge
gleichzeitig zu weben ist manchmal anspruchsvoll. Der Esoterikbereich, den
man auch Fantastik nennen könnte, ist mehr ein Stilmittel, um trotz Perspektive in der
ersten Person Dinge zu erfahren, die andernorts passieren. Zum jetzigen Zeitpunkt
könnte ich mir durchaus vorstellen, einen humoristischen Roman zu schreiben, der
keine Krimianteile hat. Aber ganz ohne Liebe? Ich weiß nicht so recht ...

4. Eine große Rolle spielen die beiden Hunde Santo und Fila in deinen Romanen. Gehören zu deinem Haushalt Hunde beziehungsweise andere Tiere?

Die braun getupfte Dalmatinerdame Fila ist die einzige Figur in meinen Büchern, die es
in Wirklichkeit gibt. Sie ist Teil unserer kleinen Familie. Allerdings darf Fila eine wehrhaftere
Version ihrer selbst spielen. Menschen anzuknurren liegt ihr im echten Leben fern.
Eine ihrer Leidenschaften ist jedoch tatsächlich, den Zug über die alte Konstanzer
Rheinbrücke zu jagen, wenn man sie nicht davon abhält.
Die allerersten Seiten von „Seezeichen 13“ habe ich vor längerem geschrieben, als es
Fila noch nicht gab. Dabei hatte ich mir Traumhund Santo erdacht, einen blonden,
wuscheligen Sonnyboy, den ich vermutlich damals adoptiert hätte, wäre er da irgendwo
gewesen. Als ich die Geschichte dann fortführte, wollte ich Fila einen Platz einräumen,
ohne Santo rauszuschmeißen. Daher zwei Hunde.

5. Was hat sich seit der Veröffentlichung deines ersten Buches verändert?

Viel! Ich bin jetzt Schriftstellerin. Das klingt banal, ist aber umwerfend. Gelegentlich
halte ich inne und mache mir bewusst, welch tollen Weg ich gegangen bin. Gleichzeitig
bin ich ernsthafter geworden in dem, was ich tue. Das erste Buch habe ich rein aus dem
Bauch heraus geschrieben und veröffentlicht, ohne Zeitdruck, ohne irgendwelchen
Druck, just for fun, einfach drauflos, mit wenig Input von Schreibratgebern. Nun gibt es
viele liebe Leser, die von mir erwarten, dass da mehr kommt, dass ich mich auf den
Hosenboden setze und weiter schreibe. Das hätte ich in dem Ausmaß nie erwartet.
Was ursprünglich als Hobby begann, ist nun mein Beruf, meine Berufung. Arbeit würde
ich es immer noch nicht nennen, denn Arbeit klingt mühsam, klingt viel nach Müssen.
Ich weiß, ich muss nichts. Ich will auch nichts müssen. Aber ich habe einen gewissen
natürlichen Ehrgeiz entwickelt, von Buch zu Buch besser zu werden, mich weiterzuentwickeln,
nicht nur im Schreiben, auch in allem, was das Selfpublishing angeht. Und ich
will meine Leser auf allen Ebenen glücklich machen. Daher höre ich ganz genau hin,
wenn sie mir etwas zurückmelden. Ich hätte vorher nie gedacht, dass der Kontakt zu
Lesern und Rezensenten fast noch mehr Spaß macht, als das Schreiben selbst. Zuletzt
die Leserunde bei Lovelybooks, als ich dabei sein durfte, wie Leserinnen „Seeblick
kostet extra“ eroberten und ich erfahren habe, was in den verschiedenen Stadien in
ihnen vorging – unbezahlbar.

6. Deine Romane handeln überwiegend in Konstanz. Kannst du dir auch vorstellen deine Romane zukünftig an völlig andere Handlungsorte zu verlagern?

Jetzt bin ich ja schon versucht, zu viel zu verraten. Also gut, aber nur, wenn du es nicht
weitererzählst. Im dritten Teil hat Ines nach Monaten harter Arbeit genug von Konstanz
am schönen Bodensee. Sie muss dringend mal weg. Das kennen wir ja alle. Täglich
grüßt das Murmeltier, die Decke fällt einem auf dem Kopf, auch wenn es sich um die
blaue Himmelsdecke über dem wunderschönen Bodensee handelt. Urlaub ist angesagt.
Problem ist nur, dass ein Mord dazwischenfunkt. Man darf gespannt sein, ob Ines es
trotzdem schafft, den Tapetenwechsel zu vollführen. Bevor jetzt Bedenken angemeldet
werden: Eine Bodensee-Krimikomödie muss schon weiterhin am Bodensee spielen,
keine Frage.
Auch bei zukünftigen Romanen, die sich nicht um Ines Fox drehen, kann ich mir gut
vorstellen, den Handlungsort umzuziehen. Ich reise gerne, da wird sich sicher etwas
Nettes finden. Die Welt ist groß und bunt ... na außer, dass sie auch ein Dorf ist, natürlich.


7. Wie verbringst du am liebsten deine Freizeit?

Seit ich Schriftstellerin bin, fließen Tun und Freizeit ineinander über. Früher bin ich ins
combit Büro gefahren, schon alleine das strukturiert. Jetzt ist alles eins. Wochenenden
erkenne ich nur daran, dass sonntags die Geschäfte geschlossen haben und es auf
dem Seeuferweg eine Stunde später lebendig wird. Ich liebe, was ich tue, daher ist das
für mich prima so. Wenn ich nicht schreibe oder mit Lesern, Bloggern & Co kommuniziere,
Lesungen vorbereite o.ä, halte ich mich gerne draußen auf, vorzugsweise am, im
oder auf dem See. Ich streife gerne mit dem besten Schriftsstellerinnengefährten aller
Zeiten und Fila durch die Natur, esse gerne, lese gerne, höre gerne Hörbücher, treffe
Freunde, zunehmend auch Autorenkollegen, und reise gerne – am liebsten ans Meer.
Wenn wir verreisen, gibt es allerdings wenige Momente, in denen ich nicht schreibe. Ist
das dann noch Freizeit? Für mich schon. Ich bin frei, dass zu tun, was ich möchte. Das
ist umwerfend, oder nicht?


8. Du lebst ja bekanntlich am Bodensee und beschreibst auch in deinen Büchern diese Region sehr schön. Was würdest du Menschen raten, die rund um den Bodensee Urlaub machen? Welche Sehenswürdigkeit sollten sie sich unbedingt anschauen? Was sollten sie gesehen haben? Hast du ein Lieblingslokal dort?

Erst mal ankommen, an den See setzen und die Seele baumeln lassen. Der See ist die
Hauptsehenswürdigkeit, die sollte man nicht aufgrund der vielen anderen Dinge, die
geboten werden, verpassen. Der Bodensee verlangt Zeit, sich in ihn zu versenken,
damit er seinen Zauber entfalten kann. Unbedingt einen der vielen schönen Uferwege
entlangspazieren, besonders einen der halbwilden, die außerhalb oder am Rande der
Ortschaften liegen. Kommt man im Sommer: Schwimmen gehen. Ich empfehle wärmstens,
früh aufzustehen und als Erstes im glatten, morgendlichen See der Sonne entgegen
zu schwimmen. Das ist unvergleichlich. Dann gibt es natürlich viele schöne Altstädte
mit gut erhaltenen mittelalterlichen Kernen, durch die es sich hervorragend bummeln
lässt. Konstanz, Meersburg, Radolfzell, Lindau, Ravensburg, Gottlieben ... In ein
Café setzen und dem Treiben zuschauen. Hier herrscht oft eine nahezu mediterrane
Stimmung. Und natürlich unbedingt Schiff fahren, entweder mit der weißen Bodenseeflotte
oder auch ein Kanu mieten, rund um die Insel Reichenau paddeln oder eine der
schönen One-Way-Strecken genießen. Schön ist zum Beispiel auch, einen Teil des
Sees per Rad zu umrunden, Teilstrecken mit einer Fähre oder einem Schiff zu
ergänzen, die alle Räder transportieren. Das ist gerade in Frühling wie Herbst eine
wundervolle Art, das Bodenseegebiet zu erkunden und immer wieder neue Blicke auf
den See zu erhaschen. ...
Einmal los gelassen könnte ich noch eine Weile so weitermachen. Bodenseebesuche
sollten nie in Stress ausarten. Lieblingslokal? Oh Gott, da kann ich mich wirklich nicht
entscheiden.

9. Wann dürfen wir wieder ein neues Buch von dir lesen?

Tja, gute Frage. Ich habe mit Teil 3 angefangen und bin dabei, mein Schreiben etwas
mehr Effizienz angedeihen zu lassen, was derzeit noch nicht so recht klappen will. Mit
anderen Worten: Ich weiß es nicht. Das nächste Buch ist da, wenn es da ist, und wenn
es gut genug ist, dass ich es in die große weite Welt hinausschicken kann. Wer nichts
verpassen möchte, trage sich auf www.christiane-koerdel.de in meinen faulen Newsletter
ein. Faul, weil ich nicht oft etwas verschicke, verlässlich aber dann, wenn ein
neues Buch herauskommt oder eine Lesung ansteht. Na, und vielleicht zu Weihnachten.

Danke, dass du dir Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten.

Ich habe zu danken, dass ich mich so wichtig fühlen darf, dass mir jemand Fragen stellt.


Für alle diejenigen, die jetzt neugierig geworden sind auf die Bücher der Autorin oder die den 1. Band vielleicht sogar schon gelesen haben, darf ich 5 x ein E-Book von Band 1 oder Band 2 verlosen.

Um eines der Bücher zu gewinnen, musst du mir nur folgendes verraten:

Warum möchtest du gerne gewinnen?

Bitte auch angeben, ob du für Band 1 ODER Band 2 in den Lostopf hüpfst und mir mitteilen, wo ich dich im Gewinnfall erreichen kann.

Achtung: Das Gewinnspiel läuft bis zum 23. September 2017 um Mitternacht. Wer bis dahin teilgenommen hat, wandert automatisch in den Lostopf. Die Gewinner werden von mir benachrichtigt und erhalten das Buch per Mail zugesandt. Die Teilnehmer müssen 18 Jahre alt sein. Andernfalls brauche ich das Einverständnis eurer Eltern. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und eine Barauszahlung des Gewinns nicht möglich. Mit eurer Teilnahme erklärt ihr euch damit einverstanden.

1 Kommentar:

  1. Hallo und guten Tag,

    1.Punkt wieso ich gerne ein Ebook gewinnen möchte..

    Das Cover hat mich überrascht, denn ich wäre bei dieser Darstellung zumindest was den 1. Band angeht..nie und nimmer auf Krimi gekommen.

    Meine Gedanken gingen da in Richtung ...ach wieder so ein Frauenroman.O.K.
    Aber das Rezi lesen hat mich eines bessern beehrt....augenzwickern...

    2. Punkt ich mag es, wenn Autoren mich für eine bestimmte Kultur/Landschaft/Ort begeistern möchten und das locker und lässig mit den in den Roman mit einfließen lassen...denn es gibt doch zu viele schöne Orte oder? Und vielleicht kommt man ja auch mal dahin....

    3. Punkt Humor sollte auch bei einem Krimi durchaus, wenn möglich eine Rolle spielen. Weil leider viel zu oft nur der Mord/die entsprechende Grausamkeit der Tat im Vordergrund steht.

    So vielleicht klappt es ja mit dem Ebook des 2.Teiles.
    Persönliche Daten gerne per PN

    und Danke für das geführte Interview an BuchBria.


    LG..Karin..

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